Das ZeitMagazin konnte vor Kurzem die Marke von 250.000 Likes auf Facebook knacken. Um sich bei den Facebook-Nutzern dafür zu bedanken, verschenkte die Redaktion 1000 vierwöchige Abos des Magazins. Schön für jeden der glücklichen Gewinner des Abos! Aber da drängt sich gleich eine Frage auf: Weiß der echte Facebook-Nutzern eigentlich noch, was ein richtiges Abo ist?

Moment mal!

Was heißt denn überhaupt „richtiges Abo“? So locker aus dem Stegreif lässt sich das gar nicht beantworten. Da muss eine Google-Suche her! Unter den Treffern der ersten Seite finden sich sieben Verlinkungen zu verschiedenen Zeitungen und Magazinen – unter anderem die Zeit und der Spiegel – zwei Wörterbuch- und ein Wikipedia-Eintrag.
Das legt nahe, was auch eine kurze Recherche zum Thema Abonnement offenbart: Geschichtlich hatte das Abonnement seinen großen Durchbruch mit Zeitungen und Zeitschriften. Ein System, bei dem sowohl Leser als auch Verleger profitierten: Der Leser kam preiswerter in den Genuss des Druckerzeugnisses und der Verleger konnte sich sicher sein, an den Abonnenten immer ein Exemplar los zu werden. Irgendwann wurden die Druckerzeugnisse dann auch bis an die Haustür des Abonnenten geliefert. Bequem!

 

Aber funktioniert dieses System so noch?

Bei mir nicht. Eigentlich liegt mir meine abonnierte Zeitschrift ständig im Weg. Und will ich dann mal tatsächlich einen Artikel lesen, surfe ich die Website mit Computer oder Smartphone an. Mit schlechten Gewissen erwische ich mich dann dabei, wie ich die zweimal aufgeschlagene Zeitschrift im Papierkorb verschwinden lasse. Welchen Sinn hat dieses Abo also nun? Und wie oft werden die Gewinner des ZeitMagazins wirklich darin lesen? Ist das Modell eines Abos nicht schon längst überholt? Es mag sein, dass Zeitungsabos tatsächlich überholt sind, zumindest für digital natives wie uns aus. Aber obwohl Zeitungsabonnements allgegenwärtig und der Ursprung des Abonnements sind, lässt sich heutzutage weitaus mehr abonnieren. Ein Kabelanschluss beim Fernseher, zum Beispiel, ist ein „Bezahlfernseh-Abonnement“, ein Handyvertrag ist ein „Abonnement von Telekommunikationsdienstleistungen“, die BahnCard ist ein „Abonnement im Öffentlichen Personennahverkehr“ und so weiter. Diese Liste ließe sich noch weiter und weiter und weiter erweitern. Aber schon anhand dieser drei Beispiele wird eine Gemeinsamkeit augenfällig: Es gibt viele Abonnements, die sich schlicht nicht so bezeichnen.

 

Reis-Abo

Betrachtet man das Abo in diesem Rahmen, wird doch schnell klar, welchen Nutzen Abonnements heutzutage noch haben. Auch die „grüne Kiste“, die wöchentliche Gemüselieferung vom örtlichen Bauern, ist ein Abonnement. Und über deren Nutzen lässt sich wohl kaum streiten, spart das Abo immerhin den Weg zum Supermarkt und das Aussuchen der Ware. Eine Freundin von mir bezieht ein Reis-Abo. Auch sehr nützlich! Überhaupt, es gibt so viele gute Einsatzgebiete für Abonnements. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Brot-Abo oder einem Milch-Abo? Mein persönlicher Favorit ist das Toilettenpapier-Abo…sehr, sehr nützlich. Oder ein Ayran-Abo. Mir fallen spontan viele praktische Abos ein, bei denen ich mich frage, warum es sie noch nicht gibt! Euch? Was ist euer Wunsch-Abo?

Übrigens, Achsensprung und seine Kolumne kann man auch abonnieren. Über den unbestreitbaren Sinn und Nutzens dieses Abos wird an dieser Stelle nicht gesprochen, liegt er doch auf der Hand! ;)

 

Knackige Sätze zum Autor:

Oliver Schwamb hat ein Abo der Zeitschrift „Photo-News“, nur er ließt es nicht, weil er das Format so furchtbar unpraktisch findet. Besonders zufrieden ist er mit seinem Bart-Abo. Das kommt täglich (auch an Sonn- und Feiertagen), kostenlos und hat ein praktisches Format.

 
Foto:flickr/jkleske
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